Feierliche Eröffnung des Eisenbahnlabors

|   FES

„Was der Lufthansa ihr Flugsimulator, ist der Friedrich-Ebert-Schule ihr Zugsimulator“

Die Friedrich-Ebert- Schule (FES) geht in der Digitalisierung einen weiteren Schritt voran. Landrat Heinz Einiger eröffnete am 12. Juli 2021 unser Eisenbahnlabor, ein Simulator für angehende Fahrdienstleiter im Stellwerk der Eisenbahn.

 

Bericht in der SWR-Landesschau

Im Gespräch mit Eisenbahnern im Betriebsdienst Fachrichtung Fahrweg wird immer wieder bemängelt, dass unterschiedliche Übungsszenarien im Stellwerk nicht nachgestellt werden können oder dürfen.

Aus diesem Grund initiierte die FES, in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Esslingen, dass zwei Werkstätten, welche im Zuge der Neustrukturierung der Berufsschulen im Landkreis leer standen, in ein Betriebsfeld umgestaltet werden, mit mehr haptischen und vor allem optischen Anreizen. Man sieht den Zug nicht nur als Farbmarkierung in einer Simulationsoftware, sondern verkleinert real im Maßstab 1:87. Ein Aspekt, der auch im realen Geschehen einer Fahrwegprüfung von Belang ist.

Ziel war es, die beiden aktuellen Steuerungen auf den Stellwerken der DB, nämlich die Drucktastenstellwerke und die ESTW (elektronischen Stellwerke) abzubilden.

Hierfür wurde die bisher in den Unterrichtsmaterialien genutzte Musterstrecke Kleinstadt real nachgebaut und die angrenzenden Betriebsstellen mit Gleisbauzitaten der lokalen Bahnhöfe Stuttgart, Esslingen, Cannstatt, Zell und Plochingen ergänzt. Da eine reale Streckenlänge von 15 km nicht maßstäblich umgesetzt werden kann, wurde die Geschwindigkeit der H0-Züge im Verhältnis zur realen Strecke so gedrosselt, dass für den Auszubildenden die Fahrzeiten, denen auf der richtigen Strecke entsprechen. Somit wird für die Schüler am Stellpult annähernd Echtzeit für Vorgänge geschaffen, einschließlich des Stressmoments, wenn es mal nicht so gut läuft.

Somit können unter nahezu realen Bedingungen verschiedene Szenarien erprobt werden, im Regel- wie im Störungsbetrieb. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die vorgeschriebene Kommunikation und Dokumentation der Vorgänge geachtet.

Die Bauzeit der Anlage betrug über 3 Jahre und wurde weitgehend durch „Eigenmittel“ der Schule erstellt, von der Planung bis zur technischen Umsetzung. Die Schüler des technischen Gymnasiums verlegten die elektrischen Bauteile, Schüler der einjährigen Berufsfachschule bauten die Unterkonstruktion und die Produktdesigner erstellten maßstabsgetreue Modelle der Bahnhöfe Plochingen, Esslingen und Bad Cannstatt. Mittels 3-D-Drucker wurden diese dann im Maßstab 1:87 hergestellt.

Technisch gesehen ist die Esslinger Anlage die größte zusammenhängende Modellbahnanlage in Deutschland, denn die Schauanlage in Hamburg besteht in Wirklichkeit aus dutzenden von kleinen Teilanlagen. Die Esslinger Anlage wird über ein Netzwerk gesteuert und besteht aus über 500 Rückmeldeabschnitten, einer Größenordnung für die technisch ganz neue Wege erfunden werden mussten, um eine solche Anlage zu steuern.

Betriebsfelder in dieser Größe und in diesem Stromsystem gibt es in Deutschland keine.

 

Artikel Esslinger Zeitung